Gedanken zum Thema Beritt

Wie viel darf ich als Reitlehrer eigentlich in die Beziehung zwischen Mensch und Pferd eingreifen? Klar ist, es benötigt viel Feingefühl, um den einzelnen Bedürfnissen der Beiden gerecht zu werden!!!!!

 

Über Beritt habe ich mir viele Gedanken gemacht. Ich habe für mich selber hinterfragt: „Wie viel darf ich als Reitlehrer eigentlich in die Beziehung zwischen Mensch und Pferd eingreifen?“ Mit der Überlegung, dass die Beiden ihr eigenes Spiel spielen, jeder seine Rolle übernommen hat und sie ihre eigenen Regeln festgelegt haben, steht es mir eigentlich nicht zu dort einzugreifen. Natürlich ist es in manchen Fällen notwendig, aber es gibt auf jeden Fall Grundregeln oder ethische Regeln an die ich mich als Aussenstehender zu halten hat. Es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass die einzelnen Bedürfnisse von Beiden, Besitzer und sein Pferd, zu beachten sind!!!!

 

Nicht ausschließlich der Reitlehrer reitet, weil er es „besser“ macht, also das Reitlehrer-Pferd Paar vielleicht harmonischer ist oder garnicht zu reiten, weil der Besitzer nicht möchte, dass jemand anderer auf seinem Pferd sitzt. Vielleicht sogar eifersüchtig wird, wenn das Pferd mehr auf den Reitlehrer reagiert als auf den Besitzer selber.

 

Die Bedürfnisse des Reitlehrers, die ja auch vorhanden sind, manchmal aber sogar ganz zurück gestellt werden sollten. Ein von ihm ausgehende Akzeptanz der Spielchen zwischen den Beiden erfordert! Nach dem Motto: „Jeder in seiner Zeit und in seinem Tempo“!

 

Beritt ist verleichbar, wie wenn man in eine Beziehung, zwischen zwei Menschen, eine weitere Person dazuholt. Sollte einer von den Beiden nicht gefragt werden, meistens wird das Pferd hintergangen oder man erkennt dass es sogar dagegen ist und entscheidet darüber hinweg, wird es immer in Konflikten ausarten.

 

Beim Beritt rührt der Reitlehrer in der Beziehungstopf zwischen Mensch und Pferd ordentlich um. So können Verletzungen, Enttäuschungen, Vertrauensbruch, …. entstehen. Es gibt Pferde die nehmen es dem Partner (Mensch) wirklich übel und kommen verstört oder Emotional oder Mental erledigt wieder zurück. In den schlimmsten Fällen ziehen sie sich in irgendeiner Form Krankheiten oder Körperliche Probleme zu um den Beritt, schnellst möglichst zu beenden.

 

Es gibt Pferde die lieben es, wenn sie mal für Einen oder mehrere Monate in auswärtigen Beritt gegeben werden. Vergleichbar mit Urlaub und einem Urlaubsflirt, der erfrischt, man lebt wieder auf und kommt vollmotiviert nach Hause zurück. Pferde sehen es oft als eine Art Erholung. Erholung vom Besitzer, Erholung vom ständigen arbeiten an der Beziehung, ständiges spiegeln, übernehmen von Themen, ….. Erholung vom Beziehungsstress ;-).

In dieser Zeit übernehmen sie keine Rollen, sie lassen energethisch einfach mal los. Sammeln sich und tanken Energie bis sie schließlich wieder in ihren energethischen Alltag zurückkehren.

 

Für andere Beziehungspaare kommt auswärtige Hilfe in Frage, aber nur in Kombination mit dem Partner, ähnlich einer dreier Beziehung.

In diesem Fall sollte der Reitlehrer mit viel Theorie und Erklären der genauen Bewegungsabläufe die Beiden soweit bringen, damit sie in der Lage sind das gemeinsame Ziel zu erreichen. Der Reitlehrer hat sich an diese Art der Beziehungsregeln zu halten!

 

Manche Pferde können die Regeln des Besitzers und die Regeln des Reitlehrers trennen, ähnlich bei Kinder die genau wissen wie sie sich bei Mama zu verhalten haben und wie beim Papa. Hier ist zu beachten, dass Pferde nicht anfangen Einen gegen den Anderen auszuspielen. Sie vielleicht beim Reitlehrer schon alles machen und beim Besitzer funktionieren die einfachsten Lektionen nicht, weil sie sie den Besitzer nicht ernstnehmen.

 

Es gibt Pferde die darum bitten, dass neue Lektionen zuerst vom Reitlehrer gezeigt/gelernt werden, damit sie es anschließend dem Besitzer lernen können. Einer lernt vom Anderen. Diese ist die optimale Trainingsform, weil sie am wenigsten Konfliktpotential aufweist. Ein offenes, freies arbeiten wird durch vertrauen in alle Beteiligten ermöglicht.

 

Ab jetzt bitte ich auf die Eigenen und die Bedürfnisse des Pferdes ehrlich zu achten, bevor man eine funktionierende Beziehung vielleicht durch Unüberlegtheit schwächt oder sie vielleicht sogar zerstört!