Ein junger Hengst möchte seine Kraft und Stärke zurück

Patriot bei dem Verkaufstag in Tschechien (CZ)
Der Tanz mit meinem Engel :-)

 

Es war einmal ein Pferd, ein junger Hengst der kraftvoll und voller Stärke in seiner Box stand. Er stand länger als geplant dort, denn er wollte unbedingt zu einem besonderen Mädchen, seinen Engel.

Wie sollte ihm das nur gelingen fragte der Hengst sich. Ich bin wunderschön, kraftvoll und anmutig. Wie soll ich so lange hier bleiben können, damit ich dieses Mädchen hier treffen kann.

 Er grübelte und grübelte, Tage/ Wochen ja sogar Monate vergingen. Es musste ihm doch etwas einfallen und eines Tages, auf der Koppel kam ihm die Idee.

Ich werde mich verletzen, sodass mich niemand mitnehmen würde und das tat er auch. Er verletzte sich so schwer, dass niemand den jungen Hengst wollte.

Eines Tages war es dann soweit, das Mädchen sollte kommen. Nur wusste sie von nichts.

Der junge Hengst wartete und wartete, aber sie kam nicht. Die Burschen gingen schon und sie kam immer noch nicht.

Ich wollte die Hoffnung schon fast aufgeben und da war sie. Ich konnte das Auto schon von der Weite hören.

Sie stiegen aus und gingen zum Stallbesitzer, er war noch so nett und zeigt ihr den Stall. Sie gingen zuerst bei der Ersten, der Zweiten, der Dritten, der vierten Box vorbei und schlussendlich bei der Fünften, wo ich stand. Sie ging einfach weiter. Ich war kurz verwirrt, hatte ich mich doch so sehr auf sie gefreut!?

Doch plötzlich kam sie rückwärtsgehend zurück, als hätte sie eine Fata morgana oder einen Geist gesehen ging sie unglaubwürdig zurück. Ich stand da und lächelte sie an. Wir haben uns nun endlich getroffen. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Aber sie musste weiter, als sie ging schaute sie nochmal vorbei.

 

Wie das Leben so spielt muss man sich aber immer zweimal im Leben treffen. In diesem Fall war das ein leichtes Spiel, hatte sie doch drei Monate später ein Praktikum bei uns beginnen sollen. Ich wusste also sie kommt wieder.

Jetzt hieß es wieder „schirch“ und leidend ausschauen wenn Fremde kommen und warten bis sie wieder da ist. Ich konnte den Tag kaum erwarten, zählte sie richtig und dann war er auch schon gekommen. Sie kam. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich wieder kraftvoll, anmutig und mit Spaß gehen. Wir wuchsen immer mehr zusammen, unsere Beziehung wurde immer enger.

Der Züchter hatte mich wohl schon aufgegeben oder er wusste, dass wir zwei für einander bestimmt waren. Denn niemand kam mehr zu mir. Vielleicht hat ihm auch , eine gute Seele, gezwitschert dass ich zu ihr gehöre. Eines Tages begannen Vorbereitungsarbeiten, alle Pferde wurden hergerichtet, der Stall verschönert, das Viereck noch aufgeschmückt,...

Plötzlich lag eine Anspannung in der Luft, viele Menschen kamen und alle Pferde wurden blitze-blank hergerichtet. Die Mütter mit Fohlen, alle Jungpferde wurden vorgestellt. Ich sollte nicht ins Programm, warum auch immer → verstehe ich bis heute nicht.

Doch mein Engel wollte mich unbedingt reiten. Sie wollte uns in einem gemeinsamen Tanz ihrer Mama vorstellen. Es war ein sehr toller Tanz, voller Harmonie und Leichtigkeit, voller Spaß am Miteinander, ...

An diesem Tag wollten mich sehr viele Menschen haben, doch mein Herz und damit ich, waren schon vergeben. Es war der Tag wo mein Engel und ich Eins wurden, wo wir uns entschlossen haben , immer zusammen zu bleiben.

So war es dann auch am Ende durfte ich sie und ihre hübsche (!) Stute nach Hause begleiten.

Ich fühlte mich so stark, so frei, voller Freude auf mein Leben.

 

Die Zeit verging und irgendwie flüchteten sich Beziehungsprobleme und kleine Konflikte ein. Wir waren uns uneins. Ich hatte das Gefühl, ich konnte ihr nichts mehr recht machen. Der damalige Trainer hat dieses Gefühl dann noch bestärkt und sie beschloss auf anraten des Trainers, mir meine Männlichkeit zu nehmen. Sie ließ mich nicht mehr ich selber sein. Ich wusste, dass sie das nicht bewusst und bösartig gemacht hat, aber sie tat es.

Es war ein großer Cut in unserer Beziehung.

Ich wollte doch strahlen für sie. Sie liebte mich, keine Frage , aber sie hat irgendwie den Draht zu mir verloren. Der kleine Hengst blieb nur mehr namentlich der Hengst.

Wir gelangen in immer tiefere Konflikte, irgendwann wollte ich nicht mehr. Ich habe es ihr dort gezeigt, wo es ihr am deutlichsten wird, dass wir uns in einer Sackgasse befinden. Einerseits am Turnier und andrerseits über meinen Körper. Ich wollte einfach eine Reit- bzw. Auszeit. Ich hatte ein paar Tage zeit um die Verbindung in eine neue Richtung zu bringen. Es ging fast bis an meinen Tod, aber da spürte sie die Liebe für mich wieder. Sie half mir, unterstütze mich und war bei mir und in jeder Sekunde für mich da. Wir genossen die Zeit wieder miteinander.und dennoch hat es gebraucht um wieder zurück zu gelangen.

Ja, man kann fast sagen es hat Jahre gedauert. Ein anhaltender Prozess der immer noch läuft. Es geht viel weiter, wir verstehen uns wieder sehr gut, die Liebe und das Verständnis ist wieder da. Aber es gibt auch hin und wieder noch Rückschritte, geprägt von außen, aber ich weiß dass am Ende der junge Hengst in mir wieder völlig gesund kraftvoll und stark da stehen wird. Wir sind am Weg und ich freue mich darauf.

Alles Liebe, dein junger Hengst (Patriot)

 

Ps: Es macht mir nichts aus, dass manch Anderer nicht an mich glaubt. Ich weiß, dass du daran glaubst das reicht mir vollkommen.

Aus tiefen Herzen, in einem Blick vereint, so erstrahlt die Liebe zwischen uns!!!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Rubi (Freitag, 06 Februar 2015 08:17)

    Eine sehr schöne Beschreibung von Eurem gemeinsamen Lebensweg. Ich bin mir sicher, dass Ir in ähnlicher Weise dort ankommt wo Ihr einmal begonnen habt!